Freitag, 29. August 2014

Massaker


© Piumadaquila - Fotolia.com
 
 
Du hast mich ganz durcheinander gebracht mit deinem hin und her. Schwindelig wurde mir von deinem auf und ab und übel von deinem vor und zurück.

Du hast meine Gefühle durchgeschüttelt und meine Gedanken vermixt, mein Denken verdreht und meine Emotionen verschnürt.

Du hast mich sprachlos gemacht mit deinen Gefühlen, die mal da waren und plötzlich wieder weg. Du hast mich erdrückt mit deiner liebe und im nächsten Moment erfrieren lassen durch deine kälte.

Du hat an mir gerissen und mich gleichzeitig verstoßen und ich habe mich verbogen, bis ich ganz verknotet war.

Dann ließt du mich fallen.

Langsam habe ich mich zusammengeflickt, meine Gedanken geordnet und mich entknotet. Es war ein langer Weg, aber ich stehe wieder gerade.

Heute muss ich sagen, dass ich wieder ganz hübsch zusammengewachsen bin, man sieht auch fast keine Narben mehr.

Ich frage mich allerdings, warum ich dieses Massaker an mir zugelassen habe, denn liebe wird es nicht gewesen sein?
 
Vielleicht musste ich an dir wachsen, damit ich lerne mich nie wieder für einen anderen Menschen so sehr zu verbiegen, denn das Risiko dahinter ist, dass man selber irgendwann durchbricht.

 

Dienstag, 26. August 2014

Augenblick


 
 
 
Ich will nichts Verlorenes wieder finden oder mich an längst vergessenes erinnern.
 
Ich möchte keine alten Versprechungen einhalten, die schon lange ihre Wahrheit verloren haben und keine früheren Gefühle mit Gewallt hinauf beschwören.
 
Ich bin es leid mich zurück zu sehnen, in eine Geschichte, die schon lange nicht mehr lebt.
 
Ich will keine alten Gedanken mehr denken, die sich sowieso nicht positiv entwickeln können und keine alten Hoffnungen schüren, die nie eintreffen werden.
 
Aber ich möchte mich lächelnd erinnern können, an die schönen Zeiten und dann strahlend um mich sehen, in der Gewissheit, dass all das, was mich in diesem Augenblick umgibt, genau richtig für mich ist.

 

Donnerstag, 21. August 2014

Meine Geschichte


 
 
Lange Zeit gingen wir nebeneinander.
Schritt für Schritt und Meter für Meter.
Viel haben wir zusammen erlebt und viel haben wir zusammen gesehen.
Wir sind aneinander gewachsen und haben uns aneinander gerieben.
Wir haben endlose Küsse getauscht und tausende Worte gesprochen.
Wir haben unsere Geschichte geschrieben.
Jetzt wo du weg bist ist es anders.
Aber ich habe mir fest versprochen, dass meine Geschichte nicht mit dir enden wird.



Mittwoch, 16. Juli 2014

Laute Stille


© okalinichenko - Fotolia.com


Wie einfach es doch ist, sich aus dem Weg zu gehen.

Sich nicht mehr zu sehen und dadurch alles zu vergessen.

Kein Wort mehr sprechen.

Jede Berührung und jeder Kuss wird zu einer fernen Erinnerung.

Alles was gesagt wurde verblasst Stück für Stück.

Vielleicht war auch alles nur ein Traum?

Ich weiß, ganz sicher ist es richtig, so wie es ist.

Die einzige Frage, die ich mir jetzt stelle ist, warum diese Stille im meinem Kopf so verdammt laut deinen Namen ruft?

Freitag, 11. Juli 2014

Alles Fassade



Wenn ich durch die Straßen gehe, dann sehe ich viele Gebäude mit wunderschönem Anstrich und hübschen Details. 

Sie glänzen und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. 

Ich bin geblendet und fasziniert von der unglaublich tollen Fassade. 

Wenn ich dann eintrete, erkenne ich, dass sie von innen oftmals Ruinen sind, die nur nach außen hin ihren schönen Schein aufrecht erhalten wollen. 

Leider gilt das selbe auch für viele Menschen. 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Deine Nase



© ようへい - Fotolia.com



Aufwachen und den letzten Abend Revue passieren lassen ist manchmal ziemlich erschreckend.

Zu viel Wein, zu viel getanzt, zu laut gelacht und Lippen, die nicht auf meine gehörten.

Warum das passiert? Ich bin auch nur ein Mensch. Ich darf Fehler machen. Ich lerne sogar aus ihnen.

Wenn ich durch mein verhalten Menschen, die mir etwas bedeuten verletze, dann bin ganz alleine ich diejenige, die sich um ihre Angelegenheiten zu kümmern hat. 
 
Ich bin diejenige, die erklärt und um Verzeihung bittet, wenn sie es für nötig erachtet.

Es ist meine Baustelle, die ich bearbeiten muss.

Nicht die Baustelle anderer Menschen, die nur darauf warten, dass jemand etwas tut, worüber sie sich mokieren müssen, nur damit ihre eigenen Fehler weniger auffällig sind. 
Die verurteilen und verbreiten, wovon sie nichts verstehen und sich über Menschen, die sie nicht kennen echauffieren, nur um ihre eigenen Makel zu überdecken.

Also würde ich dich bitten, deine Nase bei mir abzuholen. Du hast sie wohl hier vergessen, als du sie zu tief in meine Angelegenheiten gesteckt hast.

Wundervoll / voller Wunder

 
Weißt du eigentlich was du bewirkst?
Wenn du in einen Raum kommst, ist es als ob jemand das Licht einschaltet und plötzlich die Welt etwas heller ist, als sie eben noch war.
Wenn du lachst, dann steckst du die Menschen um dich herum damit an.
Du erzählst deine Geschichten mit Händen und Füßen und deine Augen leuchten und funkeln dabei.
Du hast 1000 Idee und setzt sie einfach um, ohne zu überlegen.
Du begeisterst andere und reichst ihnen deine Hand, wenn sie am Boden sind.
Du machst die Welt ein Stück besser, weil du zeigst, wie man es besser machen kann.
Seitdem ich dich kenne, weiß ich was das Wort „Wundervoll“ bedeutet – Du bist es, du bist Wundervoll.
Du bist voller Wunder.

Montag, 7. Juli 2014

Wenn ich könnte, wie ich wollte




Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde ich dich den ganzen Tag ansehen und nicht schnell weggucken, wenn ich merke, dass sich unsere Blicke zu lange treffen.

Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde ich dir leise ins Ohr flüstern, wie sehr ich dich mag.
 
Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde ich einfach deine Hand nehmen und sie nicht mehr los lassen.

Wenn ich könnte wie ich wollte, dann würde ich mit dir ans Meer fahren und mit dir den Sonnenuntergang beobachten, während du mich im Arm hältst.

Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich nächtelang mit dir durchtanzen und tagelang mit dir im Bett bleiben. 

Wenn ich könnte wie ich wollte, würde ich dich einfach küssen und nie wieder damit aufhören. 

Wenn ich könnte, wie ich wollte.
 
 
 
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Samstag, 5. Juli 2014

Unsere Aufgabe als Mensch

© Annett Seidler - Fotolia.com




Beobachten, verstehen, begreifen und lieben.
Mit andern scherzen, lachen, leiden und weinen.
Denen, die einen verletzt haben verzeihen und sie dennoch wieder in dein Herz aufnehmen.
Die, die einem Liebe schenken, noch inniger zurück lieben.
Die Schwierigen nicht verurteilen, sondern ergründen und ihnen Verständnis schenken.
Den Hilflosen die Hand reichen und die Starken um Hilfe bitten.
Die Kranken unterstützen.
Den Außenseitern die Mitte anbieten.
Jedes Lächeln zehnfach zurück schenken und für jeden Menschen alles geben, auch wenn man nichts zurückbekommt.
Freundschaften in Ehren halten und bedingungslos hinter der Entscheidung seines Herzen stehen.
Nicht nach dem Aussehen, dem sozialen Grad oder der Religion urteilen.
Andere Denkweisen nicht verurteilen, sondern zuhören, passende Teile annehmen und dadurch seinen eigenen Horizont erweitern.
Danke sagen, wenn etwas dein Herz berührt, auch wenn es sich nur um eine Kleinigkeit handelt und in der Gewissheit leben, das alles was du gibst, irgendwann zu dir zurück kommt.


Mittwoch, 2. Juli 2014

Ich mit dir und du mit mir



Mit dir tanze ich auf Wolken, auch ohne Musik.
 
Mit dir springe ich von Baumkrone zu Baumkrone und lache vor Freude.
 
Mit dir fliege ich zu den Sternen und winke fröhlich dem Mond zu, der sich über uns amüsiert.
 
Mit dir tanze ich im Regen und mir ist warm wie niemals zuvor.
 
Mit dir singe ich ohne Worte und schweige so laut, dass alle es hören können.
 
Mit dir mache ich im Sommer eine Schneeballschlacht im Erdbeerfeld.
 
Mit dir mache ich das Unmögliche möglich.
 
Ich mit dir und du mit mir.

Dienstag, 1. Juli 2014

Manchmal




© Anna Ismagilova - Fotolia


Manchmal springe  ich mit vollem Anlauf in Pfützen um zu fühlen, dass ich lebendig bin.
Manchmal schreie ich so laut ich kann, um zu hören, ob ich eine Stimme habe.
Manchmal kneife ich mir fest in die Hand, um zu spüren, dass ich Schmerz empfinde.
Manchmal drehe ich die Musik bis zum Anschlag auf, um zu prüfen, ob ich hören kann.
Manchmal zwinge ich mich den Atem anzuhalten, um zu begreifen wie wichtig Luftholen ist.
Manchmal balanciere ich am Abgrund, um mir zu zeigen, dass ich das Gleichgewicht halten kann.
Manchmal zwinge ich mich an dich zu denken, um mir zu beweisen, dass ich dich nicht vermisse....
...Leider gelingt mir das nicht immer.

Vermissen

seasons of year  © okalinichenko (Fotolia)

 

 

Nicht größer und nicht kleiner.
Nicht älter und nicht jünger.
Nicht dicker und nicht dünner.
Nicht schlauer und nicht dümmer.
Nicht schöner und nicht hässlicher.
Nicht lustiger und nicht ernster.
Nicht reicher und nicht ärmer.
Nicht näher dran und nicht weiter weg.
Eigentlich möchte ich dich genau so vermissen,  wie du bist.



Mittwoch, 25. Juni 2014

Ich bringe dich nach hause


© Negura Dincolo - Fotolia.com
 
 
Ich weiß, dass du frei sein willst, dennoch….
Ich weiß, dass du keine Rechenschaft ablegen möchtest, dennoch…
Ich weiß, dass du ausbrechen musst, dennoch…
Ich weiß, dass dir alles oft zu viel ist, dennoch…
Ich weiß, dass du über deine Grenzen gehen musst, dennoch…
Ich weiß, dass du das Leben in seiner vollen Härte spüren musst, dennoch…
Ich weiß, dass du mir mit deinem Verhalten oft wehtust, dennoch…
bringe ich dich nach Hause, wenn du den Weg nicht mehr weißt.

Schweigen und Küssen




© Annykos - Fotolia.com




Wir reden uns um Kopf und Kragen.
 
Manchmal flüstern wir, manchmal schreien wir auch.
 
Worte hämmern in meinem Kopf.
 
Ich will dich nicht verlieren, aber so kann es auch nicht bleiben.
Jeder Satz hängt in der Luft und scheint uns zu erdrücken.
Vielleicht sollten wir einfach einmal schweigen, damit ein Kuss
 all das sagen kann was wir nicht über die Lippen bringen.
 

Dienstag, 24. Juni 2014

Barfuß auf Scherben



 
 
 
 
Wie balancieren am Abgrund, aber ohne zu fallen.
Wie aus dem Flugzeug springen, ohne Fallschirm, aber zu schweben.
Wie schwimmen zwischen Haien, aber nicht gefressen werden.
Wie barfuß auf Scherben tanzen und dabei lächeln.
Aufregend, gefährlich, manchmal schmerzhaft, aber immer sicher.
Wie meine Liebe zu Dir.
 
 
 
 
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Samstag, 21. Juni 2014

Sonne / Mond




Bernd Wachtmeister  / pixelio.de

 
 
 
 
„Es gibt nicht, was mich jemals mehr berührt hat als sie“ denkt er.

 
 „Nur der Gedanke an ihn macht mich glücklich“ denkt sie.
 
 
"Sie ist so schön" sagt er voller Bewunderung. "Ich liebe sie schon so lange ich denken kann."
 
 
"Er ist so wunderbar" sagt sie. "Ich kann mir mein Leben nicht ohne ihn vorstellen.

 
 "Sie ist so hell, so strahlend. Ein Leben ohne sie wäre sinnlos" flüstert er.

 
"In ihm finde ich die Kraft, die ich brauche um immer weiter zu machen“ flüstert sie.

 
 „Alle meine Gedanken drehen sich nur um sie“ denk  er.

 
„Alles was ich mache, mache ich nur für ihn“ denkt sie.

 
„Ich möchte sie nur ein einziges mal berühren“ flüstere er.

 
„Nur eine Umarmung und wir könnten für immer zusammen untergehen“   flüstert sie

 
„Wie kann Liebe nur so grausam sein?“ rufen die Sterne
 
 

Ich sage es ja nicht....


 
 

 
Weißt du eigentlich, wie oft ich an dich denke und dabei lächeln muss?

Weißt du eigentlich, wie oft ich mich an deine Küsse erinnere und mein Herz dabei schneller schlägt?

Weißt du eigentlich, wie oft ich nachts wachliege und darüber nachdenke, was du gerade machst?

Weißt du eigentlich, wie sehr ich mich nach deiner Stimme sehne, oder nach ein paar Worten von dir?

Weißt du eigentlich, wie oft ich mir deine Bilder heimlich ansehe?

Weißt du eigentlich, dass du viel mehr in mir berührt hast, als nur meinen Körper?

Weißt du das eigentlich?

Wie solltest du?

Ich sage es ja nicht….
 
 
 
 
 
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Donnerstag, 19. Juni 2014

Seitenwechsel

Zeichnung von Dirk Heine (klick)

Ich wollte immer.
Ich habe gesagt wir können es schaffen.
Ich hoffte dich zu überzeugen.
Ich rannte gegen Wände, kämpfte gegen Riesen, schrie und weinte.
Ich verbog mich, belog die Welt und am meisten mich selber.
Du sagtest gar nichts.
Heute willst du.
Sagst wir können es schaffen.
Hoffst mich zu überzeugen.
Rennst gegen Wände, kämpfst gegen Riesen, schreist und weinst. Du verbiegst dich, belügst die Welt und am meisten dich selber.
Ich sage gar nichts.
 
 
 
 
 
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Donnerstag, 12. Juni 2014

Weiße Flagge

Aus Seelenband





Als ich gehofft habe, dass es anders wird, da wurde es nur schlimmer.

Ich kämpfte gegen dich und gegen den Rest der Welt, bis ich kapitulierte. Ich hob die weiße Flagge und verschwand traurig vom Schlachtfeld. 

Als ich weg war und du keinen mehr zum kämpfen hattest, da begann dein Kampf gegen dich selber. Du hast gnadenlos verloren und erkanntest, dass ich in Wahrheit nie dein Feind war. Hoffnungsvoll drehte ich um.

Jetzt bist du so, wie ich es damals erhofft hatte. 

Aber leider scheine ich nicht mehr die zu sein, die damals bereit zum kämpfen war.




Donnerstag, 29. Mai 2014

Ohne Fantasie hat alles keinen Sinn




Stellt euch mal vor, ihr geht durch den Wald und plötzlich guckt ein Troll aus einem Astloch und Feen umschwirren eure Nasen“ sagte die Fantasie ganz aufgeregt mit hochrotem Kopf und schlug vor Freude ein paar Purzelbäume quer durch die Herzkammer.

Die anderen Gefühle sahen die Fantasie belustigt an und freuten sich über dieses kleine, quirlige Gefühl das sie immer zum Lachen brachte. Die Fantasie grinste über das ganze Gesicht, ließ sich Flügel wachsen und sagte:“ Ich fliege mal eben zum Mond!“

„Nun bleib aber mal auf dem Teppich“ hörten die Gefühle auf einmal eine laute, wütende Stimme. Sie kam von der Ernsthaftigkeit, die böse in die Richtung der Fantasie sah. „Ich kann deine Geschichten über Dinge, die es nicht gibt nicht mehr ertragen und ich denke ich stehe damit nicht alleine da! Du bist keine 5 Jahre alt mehr und so langsam solltest du lernen dich anzupassen. Durch dich kommen wir immer wieder in Schwierigkeiten!“ „ Genau“ rief der Neid, der immer sofort zur Stelle war, wenn es um Ärger ging und stellte sich demonstrativ mit verschränkten Armen neben die Ernsthaftigkeit.

Die Fantasie sah erschrocken zu den beiden hinüber und das Lächeln erfror ihr im Gesicht.

„Außerdem solltest du dir einmal überlegen, was das für uns anderen Gefühle bedeutet“ sagte die Ernsthaftigkeit. „Wir sind erwachsen und wollen alle irgendwann einmal unsere gesteckten Ziele erreichen. Ich denke darüber sind wir uns einig! Du hast diese Ziele gemeinsam mit uns beschlossen! Kennst  du sie noch oder hast sie mal wieder in rosa Mondzuckerwatte verwandelt?“ Die Ernsthaftigkeit sah die Fantasie böse an.

„Natürlich kenne ich unsere Ziele.“ sagte die Fantasie leise und fing an aufzuzählen „Finanzielle Unabhängigkeit, Sicherheit, Gesundheit, Erfolg, Bildung, Geborgenheit und Liebe“ sagte sie leise.

„Ich wundere mich wirklich, dass du die noch kennst, denn du tust alles dafür, dass wir einige dieser Ziele nie erreichen werden“ höhnte die Ernsthaftigkeit. „Sag mir wie wir jemals jemanden finden sollen, der uns Geborgenheit und Liebe gibt, wenn du von Trollen und Feen sprichst. Da kann unser „Trumpf“, die Erotik, noch so kurze Kleider tragen, aber wenn du dann daher kommst und von Einhörnern oder Zauberdrachen spichst, dann wird jeder vernünftige Mensch denken, dass wir eingesperrt gehören, sonst nichts!“

Die Fantasie stand in der Mitte der Herzkammer und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie fühlte sich hilflos und eine furchtbare Trauer durchflutete sie und sie fragte: „Aber wie sollte ich denn anders sein? Ich weiß nicht wie es geht, anders zu sein und ich mag es so zu sein wie ich bin. Es ist mir egal, was die anderen denken, sagen, oder wollen. Sie sah alle Gefühle traurig an „ Vielleicht weiß ich auch, dass es nicht immer gut ist, so wie ich bin" Die Fantasie schluchzte und flüsterte: „Wenn ihr das wirklich wollt, das ich anders werde, wenn ihr es als schlecht empfindet, so wie ich bin, dann arbeite ich an mir. Ich werde versuchen mich für EUCH zu ändern!“ Dann brach Sie weinend zusammen.

Das war der Moment, in dem kein anderes der Gefühle mehr ruhig sein konnte. Denn die Fantasie jetzt am Boden zu sehen, brach ihnen das Herz.

„NIEMALS! NIEMALS! sollst du anders werden als du bist“ rief die Seele laut, und half der Fantasie beim Aufstehen. Die Gefühle traten einzeln nacheinander hervor. Zuerst die Erotik und die sagte mit giftigem Blick zur Ernsthaftigkeit: „Ich kann noch so kurze Kleider tragen, aber ohne die Fantasie wäre ich ein Nichts!“ Dann der Wahnsinn, der sprach mit donnernder Stimme: „Die Fantasie ist meine Nahrung, ohne sie könnte ich nicht überleben.“ Danach die Liebe : „Ich ohne Fantasie? Das ist mehr als unvorstellbar! Ohne Fantasie hat alles keinen Sinn!“

So ging es eine ganze Zeit und die Gefühle, eins nach dem anderen begründeten die unsagbare Wichtigkeit der Fantasie.

Als alle fertig waren und das Mitgefühl der Fantasie die Tränen getrocknet hatte, blickten sie geschlossen zur Ernsthaftigkeit und zum Neid, die nun alleine und abseits standen.

Die Seele sprach: „Ihr beide seid euch hoffentlich im Klaren darüber, was ihr hier gerade getan habt?! Wir Gefühle gehören zusammen und bei einigen Menschen sind manche Gefühle ausgeprägter als bei anderen. Wir können alles erreichen was wir wollen, wenn wir zusammen halten und uns gegenseitig so akzeptieren wie wir sind.

Vielleicht ist es nicht einfach jemanden zu finden, der sich den Mut erhalten hat eine genauso ausgeprägte Fantasie zu haben wie wir “ und die Seele sah stolz zur Fantasie herüber, die inzwischen schon wieder lächeln konnte, „aber wir haben ja auch noch die Hoffnung und die Zuversicht und auch die beiden sind bei uns zwei sehr starke Gefühle, so dass ich niemals daran zweifeln werde, dass so etwas durchaus möglich ist. Ich hoffe, ihr beide seid da mit mir einer Meinung?“

Die Ernsthaftigkeit und der Neid sahen beschämt zur Seele und wurden sich ihrer Worte bewusst. Sie traten zur Fantasie. „Es tut mir so leid. Ich wollte dich nicht verletzen, aber ich bin eben manchmal so…’Ernst’“ lächelte die Ernsthaftigkeit entschuldigend und der Neid bat: „Tu mir einen Gefallen, bitte. Breite deine Flügel aus und fliege zum Mond und wenn du kannst, dann bringe mir rosarote Mondzuckerwatte mit, ja?“

Die Fantasie ließ sich das nicht zweimal sagen und flog laut Flügel schlagend davon.

Dienstag, 6. Mai 2014

Loslassen


 
 
„Du weißt, dass er dich geliebt hat, oder?“  fragte die Seele die Liebe. Die Liebe nickte stumm. „Er hat dich sogar sehr geliebt, aber sein Problem war, dass er sich selber nicht genug liebte. So sehr er es sich auch gewünscht hat es zu können.“ 

„Das ist genau der Punkt und den meine Gedanken immer wieder kreisen. Ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch einen anderen so sehr liebt und auch zurück geliebt wird, aber man trotzdem keinen gemeinsamen Weg findet, “ sagte die Liebe leise.

Die Seele setzte sich zu der Liebe und legte sanft den Arm um sie. „Wir Menschen sind sehr verschieden, weißt du. Es gibt Menschen wie wir es sind, die gelernt haben sich selber zu vertrauen. Die wenn sie etwas wollen und fühlen, dass es sich richtig anfühlt, einfach machen was nötig ist um ihre Ziele zu erreichen. Auch wir haben Manchmal Ängste, aber wir wissen, dass wir niemals an unser Ziel kommen, wenn wir uns von ihnen einschüchtern lassen. Andere Menschen aber sind anders als wir. Für sie ist jede Veränderung, die uns vielleicht als Kleinigkeit erscheint, ein riesiger Berg, den sie nicht in der Lage sind, zu besteigen. Das denken sie zumindest. Je mehr diese Menschen an den Berg denken, je höher wird er und irgendwann sind sie an dem Punkt, in dem der Berg bis in den Himmel reicht und keiner mehr sie dazu bewegen kann, einfach los zu gehen. Wenn sie wüssten wie einfach es ist, würden sie irgendwann auf der Spitze stehen, sich erstaunt umsehen und denken:“ Wenn ich gewusst hätte, dass es so leicht ist, dann hätte ich es schon viel früher getan. Aber da sie niemals losgehen, wird ihnen diese Erkenntnis immer verwehrt bleiben.“

Die Liebe antwortete:“ Ich hätte ihm aber so gerne gezeigt wie einfach es ist. Er jedoch geht vor und zurück und bleibt dann wieder stehen. Das macht mich verrückt und er lässt mich dadurch nicht zur Ruhe kommen. Im manchen Momenten merke ich wie er Anlauf nimmt um dann mitten drinnen stehen zu bleiben und ist danach so gelähmt, dass er keinen Schritt mehr machen kann.“

Die Seele stimmte der Liebe zu:“ Ja, auch das ist normal, aber auch daran wirst du nichts ändern können.  Du musst lernen, dass du niemals einen Menschen, der so denkt, dazu bewegen kannst es zu versuchen. Das muss er,  wenn er es will, ganz alleine machen. Vielleicht macht er es auch niemals.  Aber du musst für dich selber weiter gehen, und zwar alleine. Denn wenn du mit ihm vor dem Berg stehen bleibst, dann änderst du dich für ihn. Das würde vielleicht eine Weile gut gehen, aber dann wirst du ihm Vorwürfe machen, weil er nicht mit dir mithalten kann und er wird noch mehr leiden. Ich weiß wie schwer es dir fällt, denn ich weiß wie viel du für ihn empfunden hast. Aber wenn du weiter gehst  verspreche ich Dir, dass du auf deiner Reise Menschen finden wirst, die mir dir gehen, ohne zu fragen. Menschen, die es einfach tun, dich unterstützen und dich dadurch noch stärker machen, als du es jetzt schon bist.“

Die Liebe sah die Seele lächelnd an und sagte:“ Du hast recht. Ich kann nicht anders sein, als ich bin. Ich kann nicht stehen bleiben. Kein Mensch sollte anders sein als er ist, denn jeder von uns hat seinen Platz. Meiner ist nicht vor dem Berg, sondern oben drauf und auf der anderen Seite wieder runter, nur um dann wieder auf den nächsten zu steigen. Er aber muss da bleiben wo er ist. Ich werde lernen es zu akzeptieren.“ 

Wir wissen beide, dass es nur so geht“ sagte die Seele. „Tu dir und mir aber einen Gefallen bitte. Erinnere dich an das gute und an das was du von ihm gelernt hast, aber dreh dich nicht mehr um, denn sonst legst  du den Menschen, die mit dir gehen wollen  Steine in Weg, die sie stolpern lassen. Sorge dafür, dass die Menschen, die sich dafür entschieden haben bei dir zu sein, einen freien Weg haben. Einen freien Weg über den Berg und einen freien Weg in dein Herz.

Die Liebe lächelte und nickte, denn sie verstand, dass liebe bedeuten kann, loszulassen und ohne einander weiter zu gehen, damit jeder für sich die Chance hat glücklich zu werden.


 

Ich mag....


 
 
Ich mag.....
 
Ich mag Sonne, Strand und Meer – manchmal bin ich ganz versessen auf Schneeballschlachten.
 
Ich mag Kerzen, Bücher und leise Gespräche – manchmal kann mir alles nicht laut genug sein.
 
 
Ich mag Maiglöckchen, Rosen und Tulpen - manchmal bin ich von einem Kaktus ganz hingerissen.
 
Ich mag laufen, tanzen und singen – manchmal liege ich ganz ruhig da und lächle.
 
 
Ich mag reisen, fremde Länder und Eindeckungen - manchmal komme ich nach Hause und fühle mich unendlich geborgen.
 
 
Ich mag lachen, Witze und Fröhlichkeit – manchmal freue ich mich darüber, dass ich weinen kann.
 
Ich mag Märchen, Fantasie und Magie – manchmal hantiere ich mit trockenen Fakten und langweiligen Zahlen und freu mich darüber.
 
Ich mag Menschen die ähnlich sind wie ich – manchmal pralle ich auf krasse Gegensätze und finde in ihnen gute Freunde.
 
Ich mag das Leben genau so wie es ist - auch wenn es manchmal einen zweiten Blick benötigt, in allem die Schönheit zu erkennen.
 
 
 

Halb/Ganz

 

 

 Halb/Ganz
 
Wie kann es sein, dass ich meine dich zu spüren,
auch wenn du kilometerweit von mir entfernt bist?
 
Wie kann es sein, dass ich versuche dich zu vergessen,
aber du dich immer wieder in mein Bewusstsein drängst?
 
Wie kann es sein, dass nur das kleinste Zeichen von dir meine heile Welt ins wanken bringt?
 
Wie kann es sein, dass ich mich halb fühle, wenn du weg bist
und nur ganz sein kann, wenn du da bist?

 
Wie kann das sein?







 

Donnerstag, 24. April 2014

Stephanie Urbat-Jarren im Interview

»Liebe sollte kein "Was wäre wenn", kein "Vielleicht" und kein "Irgendwann" kennen«

Ein Gespräch mit der Autorin Stephanie Urbat-Jarren

Zu Unrecht gilt die Geliebte auch in heutiger Zeit noch vielen als die Böse, die anderen den Mann wegnimmt und ganze Familien zerstört. Dabei sind Frauen, die sich mit einem vergebenen Mann einlassen, alles andere als männerklauende Vamps, dieser Ansicht ist auch Stephanie Urbat-Jarren. Viele schlittern unverhofft in die Rolle der Zweitfrau, lassen sich hinhalten und hangeln sich von Hoffnung zu Hoffnung. Manchmal sogar bis zur Selbstaufgabe, findet die Autorin.